Sparen mit dynamischen Stromtarifen: Was schief geht und wie ihr trotzdem ein Smart Meter bekommt
Shownotes
Eigentlich sind dynamische Stromtarife eine coole Sache, denn ihr zahlt dann weniger für den Strom, wenn ihr große Verbräuche in günstige Zeiten verschiebt. Damit das funktioniert, muss euer Stromanbieter allerdings wissen, wann genau ihr wie viel Strom benötigt. Und dazu braucht ihr ein Smart Meter, offiziell intelligentes Messsystem (iMS oder iMSys) genannt.
Die soll man eigentlich schon seit Anfang vorigen Jahres beim Stromnetzbetreiber bekommen können, aber in diesem Video erklären wir, warum das oft schief geht, was nach dem Einbau noch schief gehen kann, welche technischen Hoffnungsschimmer es gibt und wie ihr trotzdem zu eurem dynamischen Stromtarif kommen könnt.
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Redaktion: Jörg Wirtgen, Christian Wölbert Produktion: Jörg Wirtgen
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stromnetzbetreiber #smartmeter #stromtarife
Transkript anzeigen
00:00:00: Eigentlich sind dynamische Stromtarif eine coole Sache.
00:00:02: Ihr zahlt unterschiedlich viel für den Strom über einen Tag, je nach Angebot und Nachfrage.
00:00:07: Damit das funktioniert muss euer Stromanbieter genau wissen wann ihr wieviel Strom benötigt Und das geht nicht mit den normalen Stromzählern sondern ihr braucht ein Smart-Meter Ein sogenanntes intelligentes Messsystem.
00:00:20: Das könnt ihr euch seit Anfang von euren Stromnetzbetreibern vereinbaren lassen.
00:00:27: In diesem Video erzählen wir euch, warum dieser Rollout nicht so richtig vorankommt.
00:00:31: Welche Probleme sogar nach dem Einbau noch auftreten können welche leichten Hoffnungsschimmer es gibt und was ihr stattdessen tun könnt.
00:00:40: Ob sich ein dynamischer Stromtarif für euch überhaupt rechnet, da geben wir in einem späteren Video mal ausführlich drauf ein.
00:00:45: Hier nur so viel vorab!
00:00:47: Die billigen Zeiten sind nachts und am sonnigen Mittagenteuer ist der Strom v.a.
00:00:53: am Morgen- und Abendabend.
00:00:55: Der Unterschied kann durchaus fünf bis fünfzehn Cent pro Kilowattstunde betragen.
00:00:59: Ihr profitiert davon eigentlich nur dann wenn ihr große Stromverbraucher zeitlich überhaupt in die billigen Phasen legen könnt zum Beispiel das Elektroauto was ja an eure eigenen Wallbox ladet.
00:01:09: Das Kochen hingegen kann man wiederum schlecht verschieben, das will man ja dann hören wenn man hungrig ist und nicht gerade wenn der Strom billig ist.
00:01:16: Anders ist es vielleicht schon beim Kuchen oder Brotbacken.
00:01:20: In Grenzen könnt ihr auch Waschmaschine, trockener Geschirrspüler und sowas verschieben.
00:01:23: Das sind aber schon nicht mehr die ganz so fetten Verbraucher.
00:01:26: Interessanter sind die dynamischen Stromtarif für dann schon für die Solarakkus zumindest für die sich aus Wechselstrom laden können und nicht die zwischen Wechselrichter und PV-Modul hängen.
00:01:37: Die könnten sich gerade im Winter, wenn von der PV gar nichts zu holen ist, nachts mit dem Billingstrom voll tanken und den Tagsüber wieder verbraten.
00:01:45: Dann spart man ihre zwei drei vier Kilowattstunden mal vielleicht fünf bis zehn Cent pro Kilowattschunde und das sind ja weiß ich nicht.
00:01:54: Fünfzig Cent am Tag, wenn man Glück hat!
00:01:56: Das ist besser als würden sie im Winter nur faul in einer Ecke rumliegen.
00:01:59: Komplizierter wird es bei der Wärmepumpe, weil man zu den teuren Stromzeiten ja auch mal warm haben möchte.
00:02:04: Da muss ein bisschen Gehirn-Schmalz rein ist nicht so ein Selbstläufer!
00:02:07: Ich glaube da machen wir mal ein eigenes Video dazu.
00:02:09: Zu den Strompreisen noch mal eben.
00:02:11: Ihr zahlt ein Sockelbetracht pro Kilowattstunde von zwanzig Cent für Steuern und Abgaben, und darauf kommt der Börsenstrom-Preis.
00:02:18: Der liegt meistens so zwischen null und zwanziger Cent pro Kilovattstunden wird am Vortag bekannt gegeben in dem Viertelstunden Raster.
00:02:25: Kann aber auch mal weit über zwanzichvierzig sechzig Cent pro kilowatt Stunde liegen.
00:02:30: das heißt ihr zahlt dann so zwischen eben zwanziggund achtzig Cent pro Kilowattstunde.
00:02:36: Im Jahresmittel lag glaube ich der Börsenpreis so bei zehn Cent, ihr landet also ungefähr bei dreißig Cent dann inklusive Sockles.
00:02:44: In dem Zusammenhang ist auch oft von negativen Strompreisen die Rede.
00:02:47: das meint aber nur genau diesen Börsenspreis und wenn er zum Beispiel bei minus fünf Cent liegt würdet ihr dann fünfzehn Cent pro Kilovatt Stunde zahlen?
00:02:56: Also die zwanzig Cent Sockel Minus den Negativen Börse-Strompreis.
00:03:01: Zum Begriff smarten Mieter eben noch mal wir meinen nicht dass ihr euch in euren Verteiler-Schrank einbauen könnt, so einen Shelley III EM oder sowas.
00:03:09: Sondern das offizielle intelligente Messsystem was euch von offizieller Stelle auf euren offiziellen Stromzäler draufgesetzt wird.
00:03:17: Darüber habe ich mich mit meinem Kollegen Christian Wölbert unterhalten.
00:03:21: Seit Anfang zweitausendfünfundzwanzig ist das sogenannte Recht auf Smartmeter in Kraft.
00:03:26: also wenn man ein Smartmeter haben möchte so ein intelligentes Messsystem Dann kann man sich bei seinem zuständigen Messstellenbetreiber erkundigen.
00:03:33: Das ist der örtliche Stromnetzbetreber und dort kann man auch den Wunsch-Einbau
00:03:38: beantragen.".
00:03:39: Die Stadtwerke kommen aber gar nicht hinterher, selbst von den Pflichtfällen.
00:03:42: Sie müssen euch ein Smartmeter einbauen wenn ihr eine besonders große PV Rollbox oder Wärmepumpel in Betrieb nehmt.
00:03:48: Selbst davon waren Ende letzten Jahres nur ungefähr zwanzig Prozent eingebaut.
00:03:53: Und sogar wenn dann der Technikertermin zustande kommt, kann noch was schiefgehen!
00:03:58: Manchmal kommt dann auch das Problem hinzu, der Messstellenbetreiber möchte dieses SmartMeter einbauen.
00:04:02: Aber der Monteur stellt dann eben fest, dass im Keller keinen LTE-Empfang herrscht und einfach die technischen Voraussetzungen nicht gegeben sind und das SmartMeta nicht installiert werden kann weil es kein Empfang hat.
00:04:12: Tatsächlich berichten die Messstellen Betreiber, dass sie nur so in siebzig bis neunzig Prozent der Fälle unten im Keller am Zähler einen ausreichend guten Empfang haben.
00:04:20: Sie haben Verträge mit allen vier Mobilfunkproviders aber trotzdem Ist die Quote nicht so gut, wie die Mobilfunkabdeckung eigentlich ist.
00:04:29: Unten im Keller ist es eben nicht so ideal.
00:04:31: Zwei weitere Techniken könnten die Messstellenbetreiber nutzen Breitband Powerline und LTE-Fürhundertfünfzig.
00:04:38: Breitband Powerline ist auch Internet über die Stromleitung, nur über die nach außen in die Verteilerkästen am Straßenrand.
00:04:43: Von dort leiten die Netzbetreiber die Daten dann ins normale Internet weiter per Glasfaser oder was auch immer sie da haben.
00:04:50: Das ist eine ganz schön aufwendige Technik das lohnt sich nur ein Ballungszentren.
00:04:54: LTE-Fierhundertfünfzig ist ein Mobilfunkstandard der eben auf ordentliche Reichweite und nicht so sehr oft durchsatz ausgelegt ist.
00:05:00: Die Infrastruktur ist wie bei Breitbund Powerline ganz schön teuer und
00:05:04: Problem ist.
00:05:05: nun man kann den Messstellen Betreibern nicht dazu Zwingen diese Technik auch tatsächlich zu nutzen, der kann auf jeden Fall immer sagen.
00:05:12: Nein, diese Technik nutzen wir nicht und deswegen ist aus technischen Gründen der Einbau nicht möglich.
00:05:17: Wenn ihr jetzt sagt, hey je ich habe doch eh Internet da ist WLAN!
00:05:20: Ich schmeiß euch dann Landkabel hin.
00:05:22: setzt euer SmartMeter damit rein.
00:05:24: Da lassen sich die grundzuständigen Messstellenbetreiber also die Stadtwerke meistens nicht drauf ein.
00:05:29: Ein Argument was wir von diesen Grund zuständigen messstellen Betreibern gehört haben ist dass man sich nicht darauf verlassen will das der Kunde seinen Router zum Beispiel Fritzbox immer eingeschaltet lässt oder auch, dass aus sonstigen Gründen das Internet nicht ausfällt.
00:05:43: Weil wenn das passiert kann, dass SmartMeter ja keine Daten übertragen und die Messstellenbetreiber sind sogar gesetzlich verpflichtet diese Daten kontinuierlich zu übertragen.
00:05:52: Deswegen ist es manchmal so, wenn Messstellen Betreiber diese Option doch nutzen dann verpflichten sie ihre Kunden auch diesen Internetzugang nicht einfach auszuschalten weil sie zum Beispiel in den Urlaub fahren.
00:06:04: Wenn das bei euer Messstellenbetreiber der Fall ist, dann habt ihr eine Alternative.
00:06:07: Ihr könnt nämlich zu einem Anbieter von einem dynamischen Stromtarif gehen, der euch selbst ein Smart-Meter einbaut, der also selber auch als Messstellen Betreiber tätig ist.
00:06:17: Dann als sogenannte wettbewerblicher Messstellen-Betreiber oder er beauftragt einen solchen.
00:06:23: Wettbewerkliche Messstellen betreiber sind Unternehmen die bundesweit aktiv sind Und grundsätzlich hat man das Recht, zu einem solchen bundesweiten Anbieter zu wechseln.
00:06:33: Viele von denen sind aufgeschlossener eure Internetanschlüsse mitzunutzen oder andere Techniken einzusetzen.
00:06:38: Schaut mal bei Octopus, Ostrom, Rabott- oder Tibber zum Beispiel!
00:06:44: Apropos Tibber, das sind ja quasi die Pioniere der dynamischen Stromtarife hier in Deutschland.
00:06:49: Die haben das anfangs mit einer eigenen Messtechnik gemacht – mit so einem Puls also so ein Messgerät was man auf den Stromzeller drauf setzt und er funkt dann übers Internet die Daten zu Tibber hin.
00:06:59: Diese Möglichkeit gibt es mittlerweile nicht mehr.
00:07:01: beziehungsweise dem Puls verkaufen sie aber wenn man bei Tibber einen dynamischen Sturmtarif haben will braucht man mittlerweile auch so ein offizielles Smart Mieter.
00:07:09: Funktioniert ist dann bei den webbewerblichen immer besser?
00:07:12: Wir haben es nicht getestet, das heißt wir sind darauf angewiesen was uns Leserinnen und Leser berichten.
00:07:17: Und was wir aus der Branche von den Unternehmen selbst hören.
00:07:20: Das Bild ist eben so... dass die wettbewerblichen Messstellenbetreiber manchmal damit zu kämpfen haben, das sie den ganzen Prozess gar nicht vollständig kontrollieren sondern auf die Mithilfe von den Stromnetzbetreibern angewiesen sind.
00:07:35: Die müssen die Smart-Mieter auch in ihren Systemen einmal registrieren und müssen Daten durchleiten.
00:07:40: Und dabei geht viel schief, weil das Zusammenspiel zwischen Stromambienter, Messstellen Betreiber oder Netzbetreiba so kompliziert ist.
00:07:47: Wenn alles gut geht, ist es so.
00:07:48: Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber baut das SmartMeter ein und der erfasst dann auch die Verbrauchsdaten.
00:07:55: Er muss sie aber weiterleiten an den Stromnetzbetreber, den örtlichen.
00:08:00: Und dieser muss sich wieder... Weiterleiten an den Stromanbieter, also das Unternehmen bei dem ich meinem Stromtarif habe und es gibt halt entsprechend auch viele Stellen wo die Kommunikation eben schieflaufen kann.
00:08:12: Und
00:08:12: das tut sie dann auch!
00:08:13: Die Firmen nutzen zwar ein einheitliches System namens Markt-Kommunikation oder Marco aber ganz so einheitlich scheint das nicht zu sein.
00:08:21: mal stimmen die Adressfelder nicht überein oder mal erwartet einen Netzbetreiber dass das Markmeter genau um Null Uhr eingebucht wird.
00:08:29: Die wettbewerblichen Messstellenbetreiber müssen sich dann umständlich telefonisch beim Netzbetreber durchfragen und schauen, wo das Problem diesmal denn schon wieder liegt.
00:08:38: In den meisten Fällen klappt es dann mit ein bisschen Geduld auch nach ein paar Tagen oder Wochen?
00:08:42: Und wenn nicht, dann könnt ihr euch an die Schlichtungsstelle Energie wenden.
00:08:46: Den Link setze ich euch unten rein!
00:08:48: Das geht aber nur, wenn man sich vorher schon bei einem Stromnetz Betreiber beschwert hat und diese Beschwerde nicht durchgedrungen ist... ...die
00:08:54: Beschwerden kann sich aber durchaus über einige Wochen hinziehen.
00:08:56: So viel von Christian dazu!
00:08:59: Ja, vielen Dank!
00:09:00: Alles nicht so einfach mit den dynamischen Stromtarifen.
00:09:03: Erste Wahl sind vermutlich die Anbieter, die euch selbst ein Smartmeter einbauen weil dann alles ein bisschen reibungsloser abläuft und weil sie sich dahinter klemmen.
00:09:11: Sie wollen ja schließlich euer Geld allerdings muss euch dazu erstmal einer von deren dynamisch Strom Tarifen gefallen.
00:09:18: Wenn ich dann seid ihr eben auf dem lokalen Netzbetreiber angewiesen dass der euch das smartmeter ein baut Und dann kann es mit dem internet eben ein bisschen schwierig werden aber Die anbiete haben durchaus einen interess.
00:09:43: Ich wünsche Euch viel Erfolg und Geduld, weil über ein paar Wochen und Monate kann sich das alles hinziehen.
00:09:50: Über ein Like und ein Abo würde ich mich sehr freuen.
00:09:52: Vielen Dank fürs Zuschauen bis hier hinten, schreibt auch mal in die Kommentare wie ihr mit einem dynamischen Stromtarif jetzt weitermacht.
00:09:59: Und dann hoffentlich bis zum nächsten Video!
00:10:02: Ich hoffe da braucht Ihr nicht Wochen oder Monate Geduld.
00:10:04: Bis das kommt.
00:10:05: Tschüss.
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