Wie schlecht Solarakkus bei niedriger Leistung sind (und warum das nicht allzu schlimm ist)

Shownotes

Dass man aus einem Akku nicht allen Strom wieder rauskriegt, den man reinsteckt, dürfte ja bekannt sein, Stichwort Wirkungsgrad und Effizienz. Wie hättet ihr Solarakkus in dieser Hinsicht eingeschätzt? 80, 90 Prozent, 95 hoffentlich? Wir haben im Testlabor durchgemessen und haben bei niedriger Leistungsabgabe erschreckend schlechte Wirkungsgrade gemessen, 40 bis 70 Prozent nur. Krass wenig.

Im Video erklären wir die Messung, rechnen durch, was das für euch bedeutet und überlegen Gegenmaßnahmen. Und wir erklären euch, warum das alles doch nicht ganz so schlimm ist – im Normalfall jedenfalls. Unter speziellen Bedingungen mag es doch übel aussehen, vor allem müsst ihr genauer nachdenken, wenn ihr einen dynamischen Stromtarif habt.

Redaktion: Jan Mahn, Jörg Wirtgen

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0:00 Intro 0:44 Messung Wirkungsgrad Growatt Nexa 2000 2:26 Ergebnis Effizienzmessung Batteriewechselrichter 3:18 Beispielrechnung Verluste bei PV-Ertrag 5:34 Beispielrechnung Verluste bei dynamischem Stromtarif 8:12 Fazit und Outro

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Transkript anzeigen

00:00:00: dass ihr aus so einem Solarakku nicht allen Strom wieder rauskriegt, den ihr da reingesteckt habt.

00:00:04: Das sollte ja inzwischen allen Klasern ein Stichwort Effizienz und Wirkungsgrad und so.

00:00:08: Ich hätte so achtzig bis neunzig Prozent geschätzt.

00:00:11: das heißt wenn ihr zwei Kilowatt Stunden PV aus Strom reinschickt könnt ihr abends eins Komma sechs bis eins Kommaa acht Kilowatten wieder raus kriegen.

00:00:18: aber Fünfzig Prozent, das wäre doch krass wenig.

00:00:22: Tatsächlich haben die Kollegen bei CT einen so ein Akku nachgemessen und haben vor allem bei niedriger Leistungsabgabe nur vierzig bis siebzig Prozent Wirkungsgrad gemessen.

00:00:32: Krass wenig!

00:00:33: In diesem Video zeigen wir euch unsere Messungen erklären was dahinter steckt überlegen was man dagegen tun kann und rechnen durch was es für euch bedeutet.

00:00:41: ganz so schlimm ist es nämlich zum Glück nicht viel Spaß.

00:00:45: Die Kollegen haben exemplarisch den grovarten Nexhaar zweitausend auseinandergenommen und gemessen.

00:00:50: Den hatten wir für den letzten Test von Sven Hansen, von fünf Solarakkus gerade im Haus – und er ließ sich eben auch gut auseinandersetzen.

00:00:57: Das ist so eine Solar Head Unit, also Akku und Wechselrichter in einem.

00:01:01: Der hat zwei Kilowatt Stunden.

00:01:02: man kann Modular weitere Akkus drunter packen.

00:01:06: er kostet unter vierhundert Euro und verträgt ich glaube zweitausend sechshundert Watt von den Solarmodulen.

00:01:12: Die Hersteller sagt nichts zum Thema Wirkungsgrad.

00:01:14: Nichts ist es in den Handbüchern und Datenblättern zu finden Und das macht nicht nur GroVatso sondern auch alle anderen Herstellers.

00:01:21: wir müssen also nachmessen.

00:01:23: Um an die Anschlüsse des Akkus selbst heranzukommen, haben wir das Gehäuse aufgeschraubt.

00:01:27: Das ging glücklicherweise problemlos, Grovat hat dankenswerter Weise nichts verklebt und die Wasserdichtigkeit einfach nur über eine ordentliche Gummidichtung realisiert.

00:01:36: So kamen wir prima in alles ran also vor allem an die Anschlüsse der Akkus und konnten dann alles auch wieder problemlos zuschrauben und dann auch wieder im Betrieb nehmen.

00:01:46: An den beiden Klemmen der Batterie haben wir durchgängig die Spannung überwacht und mit einer Messzange den Strom erfasst, der aus dem Akku rausfloss.

00:01:55: Auf Strommenseite haben wir dann mit unserem Messgerät LMG-VM-Ninzig nachgemessen das seit vielen Jahren in der CT Redaktion zuverlässig seine Dienste tut oder ihre Diensten.

00:02:04: Wir haben drei oder vier von den Dingern die auch regelmäßig kalibriert werden.

00:02:08: Die Stromabgabe haben wir an dem Inselmodus gemessen also den Akku außer Steckdose herausgezogen und eine Last Glühbirne an die interne Schukostekdose des Akkus dran gepackt.

00:02:20: Schrittweise haben wir immer mehr Glühbirnen dran gehängt und hatten so fünfzehn Messpunkte zu verschiedenen Lasten.

00:02:26: Bei hohen Lasten war alles gut, da kamen die achtzig-fünfneinzig Prozent raus, die wir erwartet haben.

00:02:32: aber bei dem Zweiundzwanzigwatt Ausgangsleistung kamen wir nur auf einen Wirkungsgrad von zweiunddreißig Prozent.

00:02:37: Bei den Seventingwatt lagen wir bei neunfünfzig Prozent, bei zweihundert Watt dann schon über achtzig Prozent.

00:02:44: Vor allem der Bereich unter Zweihundert watt ist damit problematisch und das ist genau der Bereich, den man im Haushalt üblicherweise nachts hat, wenn im gesamten Haushalt nur noch Standby-Strom läuft und der Router unten nass oder sowas vielleicht.

00:02:56: Und der Kühlschrank... Da kommen viele Haushalte so auf dreißig bis fünfzig Watt einige vielleicht auf fünfzighundert hundertfünfzig watt.

00:03:03: Wir schätzen, dass sich dieses Ergebnis auch auf andere Solarakkus in ähnlicher Weise übertragen lässt.

00:03:08: Einige sagen zwar, aber das bezieht sich nur auf die hohen Lasten.

00:03:13: Wir schätzen, dass so um hundert Watt alle nur so um fünfzig Prozent liefern.

00:03:18: Rechnen wir mal durch was das für euch bedeutet?

00:03:20: Nehmen wir an ihr müsst jetzt Strom entweder für fünfdreißig Cent ungefähr kaufen oder vom Dach für ungefähr fünf Cent ernten.

00:03:28: hier habe ich das mal grob durchgerechnet.

00:03:30: für eine Beispielanlage wahrscheinlich liegen die meisten Anlagen inzwischen unter fünf Cent.

00:03:35: Ihr spart also pro selbst geernteter PV Kilowattstunde ungefähr dreißig Cent und die neunzig Prozent Wirkungsgrad wenn sie durch den Akku laufen bei normaler Leistungsabgabe, die sind da mit drin sind ja alles gar nicht so ganz genau bezahlen Ja.

00:03:49: und dann ein Akku mit Fünfzig Prozent Wirkungsgrad.

00:03:52: Da kostet die Kilowattstunde im Endeffekt zehn Cent, ihr müsst zwei Kilowattsstunden zu diesen fünf Zentren reinstecken um eine wieder rauszukriegen.

00:03:59: das heißt euer Gewinn pro Kilowatzstunde schrumpft auf thirty minus zehn gleich fünfzwanzig Cent.

00:04:06: Das ist jetzt gar nicht so dramatisch Zumal muss ich das ja über zehn Stunden erst mal alles summieren Weil ihr ja bei hundert Watt Abgabe nach zehn Stunden erst überhaupt diese eine Kilowatt Stunde voll habt.

00:04:18: Und wenn ihr sogar nur dreißig Watt aus dem Akku zieht, wären es dann sogar dreizig Stunden!

00:04:24: Also was weiß ich wie viele Nächte ihr dafür Standby Strom ziehen müsst damit sich das überhaupt zu diesen fünf Cent zoomiert?

00:04:30: Wenn ihr ein Trazium was dagegen tun wollt könnt ihr überlegen den Akku so einzustellen dass er erst ab einem gemessenen Leistungsbedarf von dreihundert-vierhundert watt überhaupt anfängt abzugeben.

00:04:42: Aber guckt vorher mal nach, bei meinem Akku habe ich so eine Einstellung gar nicht gefunden.

00:04:45: Gibt es das bei euch?

00:04:47: Schreibt mal würde mich interessieren, weil welchen Akkus das funktioniert!

00:04:50: Ich weiß aber gar nicht ob das nur eine gute Idee ist, das könnte ja auch kontraproduktiv sein.

00:04:55: Ihr müsst auf jeden Fall den Standby Strom in der Nacht dazu kaufen und er kommt aus dem Netz.

00:05:00: Und wenn morgens noch was drin ist im Akku und dann kommt schon wieder Sonne und fängt an den Akku auf zu laden, dann hättet ihr ja noch Strom gehabt.

00:05:07: Im Akku.

00:05:08: das heißt ihr kauft Strom dazu obwohl ihr ungenutzten Strom im Akkuh habt.

00:05:12: Das scheint mir also ein super Spezialfall zu sein.

00:05:14: Das ist nur in den ganz wenigen Fällen sinnvoll wo ihr morgens die Restladung vom Akku garantiert mit einem Wirkungsgrad von neunzig Prozent schön verballern könnt bevor die Sonne aufgeht und den Akkus wider lädt.

00:05:25: Nur dann ist es sinnvoll die Rest Ladung effizient zu verballern statt sie nachts für den Standby-Strom mit weniger Effizienz rauszuholen.

00:05:34: Diese Abschätzung wird bei dynamischen Stromtarifen allerdings etwas komplizierter.

00:05:38: Sagen wir mal zum Beispiel, wir wollen zu billigen Zeiten Strom kaufen wenn er am Markt nur fünf Cent kostet.

00:05:44: das sind mit dem Sockelbetracht der regional unterschiedlich ist ungefähr fünfundzwanzig Cent und wir wollen ihn dann zu einer teuren Zeit verbrauchen wenn der Marktpreis beispielsweise bei dreißig Cent liegt inklusive Sockel also bei Fünfzig Cent.

00:05:58: Wenn wir bei neunzig Prozent Wirkungsgrad eine Kilowattstunde rausziehen wollen, müssen wir also ungefähr einen Kilovat rein gesteckt haben.

00:06:05: Werden also achtundzwanzig Cent gegenüber den fünfzig Cent zur teuren Zeit hätten wir also zwanzig cent gespart.

00:06:12: Bei fünfzig Prozent Wirkungsgrad müssen wir aber schon zwei Kilowatt Stunden kaufen und reinstecken.

00:06:17: Und das wären in unserem Beispiel dann fünfzig Cent, damit wäre der Spareffekt schon weg.

00:06:22: Wenn die Marktpreise noch näher beieinander liegen also jetzt fünfunddreißig Cent, kann es sogar sein dass wir einen Verlust machen weil die zwei gekauften Kilowattsstunden durch den hohen Sockelbetracht teurer sind als die eine, die es momentan kostet zu dem Zeitpunkt wo was eigentlich verbrauchen wollen.

00:06:37: Soweit ist das zwar richtig, aber wann tritt dieser Fall denn in der Praxis überhaupt auf?

00:06:42: Vor allem nachts hat man ja so eine geringe Leistungsaufnahme, dass das Problem entstehen kann.

00:06:46: Aber man startet ja gar nicht unbedingt mit einem vollen Akku in die Nacht.

00:06:49: Idealerweise hat er sich mittags mit billigen Strom aufgeladen und über den Abend hat man dann alles wieder verpulvert, sodass man mit einem sehr niedrigen Akkustand nur aus dem Abend rausgeht.

00:06:59: Über Nacht kann der also gar nichts mehr abgeben.

00:07:01: Zudem ist der Strom in den meisten Nächten so billig, daß es überhaupt keinen Sinn macht, ihn durch den Akku zu jagen selbst bei neun... Prozent Wirkungsgrad nicht.

00:07:08: Lasst doch lieber den Akku so laufen, dass er unterhalb von einem gewissen Börsen-Strompreis gar keine Leistung abgibt sondern das eben die Geräte sich mit gekauften Strom versorgen.

00:07:18: Billiger wird es auch nicht mehr außer vielleicht mittags sinkt der Strompreis soweit unter dem Nachtpreis, dass es dann doch Sinn macht.

00:07:25: aber dazu müsste wiederum euer Akku sehr stark sein, dass euer Haushalt über den gesamten Abend versorgt kann und dann noch ein zwei Kilowatt Stunden für den Nachtsend bei übrig hat ist also auch wieder ein ganz schöner Spezialfall.

00:07:37: Die Rechnung zeigt eher, wie mühsam es überhaupt ist mit so kleinen Verbrauchern von einem dynamischen Stromtarif zu profitieren wenn der Akku sich damit sein zwei Kilowattstunden mühsam die gesparten Zend zusammen kratzen muss und noch eine halbe Kilowatts Stunde vom Geschirrspüler.

00:07:55: Echt eine mühsame Geschichte.

00:07:56: So richtig sinnvoll scheint mir das nur zu sein, wenn man beispielsweise mit einem Elektroauto jede Nacht dann auf einen Schlag bei einem billigen Tarif oder mittags dann fünfzehn-zwanzig-vierzig Kilowattstunden auf einmal daraus ziehen kann.

00:08:08: Na ja, die muss man auch erst mal wieder weggefahren kriegen jeden Tag.

00:08:12: Aber zurück zu den Akkus.

00:08:14: Der niedrige Wirkungsgrad, ich finde das nicht so dramatisch.

00:08:17: tatsächlich führt er dazu dass ihr ein bisschen Geld verschenkt oder das bei dynamischen Stromtarifen wenn es blöde läuft ihr sogar einen kleinen Verlust macht.

00:08:26: aber weil die Leistungsabgabe dabei ebenso gering sein muss summiert sich das kaum oder nur ganz langsam und wird gar nichts zu einem echten Problem.

00:08:35: schon gar nicht bei Solar- und bei Dynamischen Strom Tarifen müsst ihr eben darauf achten Marktpreis einfach gar keinen Strom abgeben.

00:08:44: Das dürfte sich so einstellen lassen.

00:08:46: bei den meisten hoffe ich und entsprechend finde auch, dass es bei der Auswahl von so einem Akku kein großen Aufpreis wert ist einen mit einer besseren Wirkungsgrad bei dieser niedrigen Leistungsabgabe auszuwählen wenn er das überhaupt in den Datenblättern findet.

00:09:00: Sehe ich das zu pragmatisch?

00:09:01: Würde sich das bei euch dramatischer auswirken?

00:09:03: Schreibt's mir gerne in die Kommentare!

00:09:05: Ich bin gespannt So, das war's.

00:09:07: Wenn es hilfreich war für euch freue ich mich natürlich über ein Abo und wenn ihr Lust auf einen dynamischen Stromtarif gekriegt habt hier in dem Video zeigen wir euch wie ihr ein Smartmeter kriegt auch wenns bei euch ein bisschen schwierig ist.

00:09:18: und in diesem Video geht´s um die neue Klasse von PV Anlagen sieben Kilowatt Peak.

00:09:24: ohne Elektrika dürft ihr Sie selber anschließen.

00:09:26: vereinfachte Anmeldung und Ihr kriecht eine Einspeisevergütung.

00:09:30: Ja dann vielen Dank fürs Zuschauen bis hier hinten und hoffentlich bis zum nächsten Mal Tschüss.

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